Auch drei Generationen danach ist das Unfassbare dieses Ortes spürbar.
Dabei bietet die äußere Idylle dieses Waldstücks auf dem Ettersberg bei Weimar einen so starken Kontrast zu dem, was damals hier geschehen ist.
Die Schülerinnen und Schüler meiner Religionsklasse erlebten zum ersten Mal das ehemalige Konzentrationslager in Buchenwald. Wir traten durch das Tor mit der zynischen Aufschrift „Jedem das Seine“ auf das Lagergelände. In den nächsten Stunden kam uns der lange zurückliegende Schrecken ganz nah zu Bewusstsein. Nachdem wir durch den neuen Film über einen Großteil des historischen Geschehens informiert worden sind, war besonders der Gang durch das Krematorium dramatisch. An dem Ort zu sein, wo damals Menschenwürde und Menschenrecht mit Stiefeln getreten worden sind, machte Erschaudern. Für die meisten der Schüler war die Leichenkammer des Krematoriums mit den Hinrichtungshaken an der Wand der Ort, der am eindringlichsten gewirkt hat.
Selbstverständlich besuchten wir auch die ständige Ausstellung.
Kaum nach zu vollziehen war für die Schüler, dass fast ohne Unterbrechung dieser furchtbare Ort im Rahmen des sowjetischen Sonderlagers weiter genutzt worden ist. Es war ein heißer Junitag und wir konnten uns ausmalen, unter welchen dramatischen Umständen damals tausende Menschen in Hunger und Angst ihr Leben fristen mussten.
Kaum fassbar auch der Gang durch das Lagergefängnis. Still hörten sie zu, als ich vom Leben und Leiden des evangelischen Pfarrers Paul Schneider erzählte, der in einer besonders gekennzeichneten Zelle 15 Monate verbringen musste, bis er schließlich ermordet worden ist.
Als Abschlussfahrt meiner Religionsklasse an der Ludwig-Bechstein-Schule in Schmalkalden war dieser Tagesausflug nach Weimar geplant gewesen. Sehr dankbar bin ich Herrn Heiko Eck der sich als Vater einer meiner Schüler für den Tag frei genommen hat, um mit seinem PKW einen Teil der Schüler zu fahren.
Pfarrer Christoph Nordmeyer