Evangelische Kirchengemeinde Schmalkalden Zufallsbild

Die Glocken der Stadtkirche St. Georg

Insgesamt 5 Glocken begleiten uns durch das Kirchenjahr mit Advents-und Weihnachtszeit, Fastenzeit, Osterzeit, Trinitatiszeit, und läuten zu den Höhepunkten unseres Lebens „von der Wiege bis zur Bahre”.

Nord-West-Turm: „Groß-Oster”

Süd-West-Turm: „Kleine Oster”, Sechsuhrglocke, Neunuhrglocke, Kläng- oder Sterbeglöckchen

„Groß-Oster”
Sie wurde von Robert Mayer aus Ohrdruf gegossen.
Sie ist die Nachfolgerin der alten Stiftsglocke von 1555, welche 1587 beim Abbruch der Stiftskirche der Stadtkirche überlassen und von 25 Bürgern in siebenstündiger Arbeit auf Walzen vom Berge herab gewalzt wurde. Die alte Glocke von 1555 zersprang nach nahezu 300jähriger Pflichterfüllung 1847 bei einem Trauergeläute. 1852 wurde die jetzige Glocke gegossen. Sie ist die zweitgrößte Glocke Thüringens nach der „Gloriosa” im Erfurter Dom.
Höhe: 180 cm Durchmesser: 183 cm Gewicht: 72 Zentner
Inschrift:
Stumm ein entschlafender Schwan, so harrt ich vergessen der Zukunft.
Ach mich beseelte kein Klang, grüßte kein festlicher Chor.
Doch, da erglühte die Brust mir in läuternder Flamme Umarmung.
Herrlich aus Asche und Glut rang ich verjüngt mich empor.
Wieder ertönt wie zuvor mein erhebender Ruf der Gemeinde.
Klagt zu der Weinenden Leid, jauchzt zu der Jubelnden Glück.
Weckt in den Tiefen der Seele das Weh nach der himmlischen Heimath.
Feiert die Tage des Herrn, heiligt die weltliche Lust.
Dir aber, gläubiger Christ, Dir sei ich ein mahnendes Sinnbild.
Herrlich aus irdischer Nacht Steigst Du wie ich einst zum Licht.

„Kleine Oster”
Wurde im Jahre 1844 von C.F. Ulrich in Apolda gegossen.
Höhe mit Henkel: 135 cm Durchmesser: 140 cm Gewicht: 34 Zentner
Inschrift:
Ohne Geist und ewiges Leben dien ich dem Herrn.
Beides ist Euch Menschen gegeben dienet ihm gern.
Rufe, o tönend Erz, so oft dein metallener Mund sich oeffnet,
über die Stadt Segen herab und Gedeihn.

Sechsuhrglocke
Wurde im Jahre 1814 gegossen und von Balthasar Bittorf und Sohn mit mehreren Ornamentstreifen und der Inschrift verziert:
Im Jahre Christi MDCCCXIV wurde diese Terzglocke von den Zinsen des Baukapitals
welches der Bürger und Armenfreund Johann Michael Kreuter Luther. Confession
vormals Zinn – Knopffabrikant v. Bürgermeister
allhier zur Erhaltung der hiesigen Stadtkirche vermacht hat.

Höhe: 105 cm Durchmesser: 108 cm Gewicht: 14 Zentner

Neunuhrglocke
Wurde 1845 von C. F. Ulrich zu Apolda gegossen.
Höhe: 90 cm Durchmesser: 94 cm Gewicht: 10 Zentner
Inschrift:
Halb nur gehör ich der Erde zur Hälfte gehör ich dem Himmel.
Irdischen Stoffs ist mein Leib, himmelentsprossen mein Ruf.
Bald ertönt er dem sterblichen Ohr wie Klage der Engel.
Bald wie Mahnung des Herrn, ladend zu Dank und Gebet.”

Klängglöckchen” oder „Sterbeglöckchen
Wurde 1852 von Robert Mayer in Ohrdruff gegossen.
Höhe: 68 cm Durchmesser: 77 cm Gewicht: 5 Zentner
Inschrift:
„Armer Dulder, mein Ruf erreicht dein sterbliches Ohr nicht.
Heil dir, wenn du gehört, ehe ich zur Ewigkeit rief.”