Gedanken zur goldenen Konfirmation

Es ist eine schöne Tradition in unserer Kirchgemeinde Asbach, dass alljährlich am Sonntag nach Pfingsten die so genannten
Jubelkonfirmationen (goldene Konfirmation nach 50 Jahren, diamantene nach 60, eiserne nach 65 und Gnadenkonfirmation nach 70 Jahren) gemeinsam in einem Festgottesdienst gefeiert werden.
Nach dem Gottesdienst trifft man sich im Helmerser Wirtshaus, wo die Jubelkonfirmanden und deren Partner beim Mittagessen und Kaffeetrinken den schönen Tag sowie angeregte Gespräche genießen und vor allem Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit und Jugendzeit wachrufen können.
In diesem Jahr fällt der Termin auf den 30. Mai und ich freue mich schon ganz besonders auf diesen Tag. Ich gehöre zu den goldenen Konfirmanden.
Es war am Sonntag Rogate, dem 22. Mai 1960, als wir elf Konfirmanden ( 3 Jungen, 8 Mädchen) von Pfarrer Rudolf Schulte in der Kirche zu Asbach den Konfirmationssegen empfingen und damit als jugendliche Christen in die Erwachsenengemeinde aufgenommen wurden.
Pfarrer Schulte war schon seit 1948 als Pfarrer in Asbach tätig gewesen und hatte uns in dem zweijährigen Konfirmandenunterricht von 1958 an gut auf diesen Abschluss vorbereitet. Der Konfirmandenunterricht fand damals noch in den Klassenräumen der Asbacher Schule am Nachmittag statt. Unserer Konfirmation war ja auch die entsprechende Prüfung in der Kirche vorausgegangen. Und ich weiß noch genau, dass wir dafür sehr viel auswendig zu lernen hatten. Das gesamte Pensum, das sich in anderen Jahrgängen auf 25 bis 30 Konfirmanden verteilte, konzentrierte sich bei uns auf elf. Da konnte man sich nicht durchmogeln.
In meiner Erinnerung war Pfarrer Schulte ein ausgezeichneter Pfarrer und wunderbarer Mensch, unter dessen erfahrener Anleitung wir das schafften.
Ich kann mich noch gut an seinen Konfirmandenunterricht und sogar an einige Geschichten, die er uns erzählte, erinnern. Das alles hat mich zutiefst beeindruckt und auch als Christin geprägt.
Pfarrer Rudolf Schulte verstarb im Jahre 1995 im Alter von 81 Jahren.
Wenn am 30. Mai 2010 unser Konfirmationssegen erneuert wird, werden wir gewiss auch seiner gedenken. Die goldene Konfirmation wird für mich ebenfalls Anlass sein, einmal innezuhalten und voll Dankbarkeit zurückzublicken auf die vergangenen 64 Jahre meines Lebens. Es war ein Segen, dass ich in einem Elternhaus aufwachsen durfte, wo mir stets so viel Verständnis und Güte entgegengebracht wurde und ich eine christliche Erziehung empfing.

Ursula Wagner